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Zähler eingerichtet am 2. Januar 2009 um 17.30 Uhr

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Warum Menschen andere kontrollieren (müssen)…

Oder: Warum ist lieben eigentlich so schwer?

Kennen Sie das?

Sie sitzen vor dem Fernseher, haben endlich mal ein bisschen Zeit für sich, relaxen, gönnen sich ein Gläschen Prosecco und lassen sich berieseln, z.B. so wie ich gestern Abend von „explosiv". Dorthinein hatte ich gezappt, sah und hörte nun, dank einer versteckten Kamera, wie es ist, wenn Männer(!) ihre Frauen kontrollieren …. und staunte nicht schlecht.

Das sagten die Männer, die sich teilweise nur hinter einer Schattenwand mitteilen mochten: „Wir sind doch jetzt zusammen, also haben wir auch EINE Privatsphäre".

„Sie darf ja Freu(n)de haben, aber bitteschön nur mit mir".

Der nächste sprach von Besitz und Besitzanspruch, sie gehört mir …

Sie überwachen „IHRE" Frauen, sie verfolgen sie und bespitzeln, sie befragen andere, tippen die Wahlwiederholung im Telefon, lesen heimlich die sms im Handy, rufen Wahrsager an, Kartenleger, um nachzufragen: „Was tut meine Frau" und immer wieder gerne auch: „Was denkt sie über mich?" ….

Da wird alle 10 Minuten bei ihr angerufen, wenn sie unterwegs ist, was machst Du, wann kommst Du, wo bist Du, wer ist bei Dir?

Trotz der erhaltenen Info glaubt man ihr nicht, fährt am Haus vorbei, schaut in Fenster, sucht nach ihrem und/oder fremden Autos, sucht nach Beweisen, die endlich bestätigen, was man ja längst glaubt zu wissen, sie ist nicht treu, sie liebt mich nicht. …

Bisher kannte ich das zumeist aus den Gesprächen, Erfahrungen vieler Frauen, die ich berate, coache und denen ich anbiete, statt weiter zu ver-zweifeln, zu kontrollieren, zu leiden und unsicher zu sein, doch lieber IN sich nachzuschauen, was sie all das tun und aushalten lässt.

Inzwischen verändert sich die Welt, mehr und mehr Männer „spielen da auch mit".

Eines tun sie allesamt nicht, nämlich: Einfach denjenigen zu fragen, um den es hier eigentlich geht!

Sie sagen nicht: „Schatz, ich habe Angst, Dich zu verlieren, ich möchte nicht, dass ein anderer Mensch mit Dir so viel Nähe und Freude hat, wie ich."

„Ich kann nicht glauben, dass Du mich liebst, mit mir zusammen sein willst."

„Ich glaube, ich weiß gar nicht, was Liebe ist, wie man liebt."

„Ich kann Dir nicht vertrauen, ich glaube Dir nicht, ich kann mir nicht vorstellen, dass Du mich so liebst, dass ich Dir so wichtig bin, dass Du mich schön findest, reizvoll, begehrenswert, dass Du mit mir wirklich glücklich bist."

„Ich möchte Deine Aufmerksamkeit, Fürsorge, Zärtlichkeit und Liebe ganz allein für mich."

Das Verrückte dabei ist, oftmals sind zwei Menschen zusammen, die 1:1 genau so empfinden. Beide sind bereits durch vorherige Erfahrungen verletzt, eifersüchtig, misstrauisch, kontrollieren, haben Verlustangst usw.

Da sie nicht miteinander reden, sondern nur mit vielen anderen Menschen über den/die anderen, leiden sie Höllenqualen, ohne dass sich etwas ändert, im Gegenteil, es wird immer schlimmer.

Auch, wenn „nur" einer von beiden in einer Partnerschaft so empfindet, wird es letztlich für beide zur Hölle.

Sich in dieser Verfassung, Situation zu befinden ist schrecklich, anstrengend, frisst viel Kraft, macht müde, ängstigt, unsicher, abhängig, manchmal sogar krank und führt fast immer dazu, dass das Befürchtete, nämlich verlassen zu werden, nicht mehr geliebt, wirklich eintritt, zur Realität wird.

Was also geschieht wirklich in einem Menschen, der eifersüchtig ist?

Wie fühlt er sich? Was lässt ihn handeln, also aktiv werden?

Ein Mensch, der so reagiert, hat gelernt, glaubt, dass ein anderer ihm wirklich gehören kann. Wenn endlich (s)ein Partner da ist, dann wird alles anders.

Denn der Partner sorgt für einen, weiß alles, versteht alles, übernimmt Verantwortung und/oder lässt (über) sich bestimmen, gehört einem, ist DER Ersatz, der alles andere überflüssig macht – ein Mensch für alle Fälle …. alleS andereN wird aufgegeben, zu Gunsten des Traumprinzen/Traumprinzessin, damit macht sich der eine vom anderen komplett abhängig, beginnt zu klammern, einzuengen.

Er kümmert sich, ist immer da, liebt ohne Unterlass, ohne Pause, ist stets interessiert an einem. Er weiß, was wohltuend ist, wann der andere schlecht gelaunt ist, was dann zu tun ist, trägt ihn auf Händen.

Er bricht mit der Vergangenheit, am besten auch mit seiner Familie, den Kindern, allem, was potenziell bedrohlich ist, weil es ebenfalls geliebt wird.

Es zeigt sich, dass ein Mensch, der sich so er-lebt, den anderen mit niemandem teilen will.

Erwartet, gewünscht wird: Symbiose, also ineinander miteinander verschmelzen, eins werden, DAS ist es. Und wehe, der andere macht nicht mit.

Die Menschen, die diese Erwartungen wirklich in sich haben, tragen ihre „Drehbücher" immer mit sich, sie casten, besetzen, führen Regie, besetzen um, planen …

Das Ganze hat nur einen Haken, ein eminentes Defizit: Der Hauptdarsteller weiß weder, dass er gecastet wurde, noch, dass er besetzt wurde, noch kennt er die Rolle und schon gar nicht weiß er, welche Erwartungen der andere hat, der stets beteuert: Ich liebe Dich doch! …. um eigentlich genau das vom anderen zu hören und das bitte oft, am liebsten mehrmals täglich und nicht nur das, Beweise bitte, beweis es mir.

Das meiste dessen, was der Drehbuchautor erlebt, findet in seiner Phantasie-Welt statt, die mit der gelebten Realität mit dem Außen selten etwas zu tun hat.

Es laufen ganze Filme, in denen der eine aktiv ist, erwartungsvoll, abhängig, stets hungrig auf mehr, von denen der andere keine Ahnung hat, weil nichts kommuniziert wird, denn in der Vorstellung desjenigen, der im Drehbuch ist, weiß der andere alles, muss es doch fühlen, verstehen, voraussehen usw. ….

Aufgrund dieser „Nebenrealitäten" entsteht gelebte Aktion, man verbrüdert sich mit anderen, intrigiert, manipuliert andere, erzählt Geschichten, die nur im eigenen Kopf tatsächlich stattfinden.

Die Bereitschaft, dem angeblich geliebten Partner sehr viel Negatives, Verletzendes, Böses zu unterstellen, ihm nicht zu vertrauen, ist erstaunlich.

Er wird nicht geliebt, wie er ist, sondern sie sind verliebt in das Bild, wie er sein soll(te).

Und wenn der andere nicht so ist, sich nicht so verhält, wie erwartet, dann kippt das Lieben oft um, in Enttäuschung, daraus wächst neben Hilflosigkeit oft auch Wut, Aggression, es beginnt Verfolgung aus Hass, dem anderen darf es nicht gut gehen, wenn ich leide… der hat Schuld, dem wird’ ich es zeigen, den mach ich fertig.

Erwartungen werden genährt durch sogenannte Glaubenssätze, das sind Informationen, Botschaften, die wir „mit der Muttermilch" bereits aufnehmen, die als selbstverständlich gelten, aber in Wahrheit „Lügen" sind. Denn wer die seinigen einmal bewusst betrachtet, wird recht schnell feststellen, das ist nicht meine Wahrheit, im Gegenteil, vieles davon behindert mich, es macht mir den Raum eng, es behindert mich sogar auf meinem Weg!

Glaubenssätze wie z.B.: Warte ab, wenn Du erst verheiratet bist, einen Partner hast, wird alles anders.

Oder: Jede Frau wird wach geküsst von ihrem Traumprinzen a la Richard Gere und Julia Roberts.

Oder: Die Frau versorgt die Familie und den Mann

Sehr gern genommen auch: Die Frau sei dem Manne untertan.

Oder: Du bist nicht hübsch, reizvoll, sei froh, wenn Du eine/n abbekommst und verhalt Dich angemessen, sei gefällig.

Es gibt davon so viele, ist schon interessant herauszufinden, was wirkt da alles in mir.

Das kann man recht einfach mit Hilfe des bewussten Atmens und hineinfühlen für sich klären, erkennen, annehmen und dann auch loslassen, verändern, heilen. ….

Die meisten Menschen wissen nicht, dass sie Verstandes-Emotionen haben, das ist das, was man glaubt zu fühlen, wenn es um einen anderen Menschen geht und sich selbst – und Gefühle in sich, die allein mit ihnen zu tun haben, durch sie selbst entstehen, für sie selbst wohltuend sind, OHNE Einfluss von außen!

Diese Gefühle sind spür- wahrnehmbar im Herzen und im Solar Plexus und brauchen keinen anderen, sie sind einfach, genauso, wie Liebe IST, sich schenkt.

Dazu kommt noch, dass Frauen gefördert werden, zumindest im Umgang mit ihren Emotionen, sie dürfen weinen, können sich ausdrücken, sind Profis in „Dramen" – Männer hingegen haben gerade in diesen beiden Bereichen Defizite, wissen nicht so recht, wie drücke ich mich aus, wie gehe ich um, mit diesen seltsamen Emotionen in mir….

Mann und Frau bestehen jeweils zu 50% aus Weiblichkeit und zu 50% aus Männlichkeit.

Wenn das wirklich balanciert ist, in einem Menschen, dann fühlt der sich wohl, ist in sich heil und glücklich.

Die meisten Menschen sind nicht balanciert, ihrer Selbst wenig bis gar nicht bewusst, hängen in ungeklärten Altlasten, Verletzungen usw. und leiden mehr, als dass sie sich wohlfühlen, in ihrem Leben, im Umgang mit anderen.

Jeder Mensch kann, sofern er das will, sein Leben selbst gestalten, verändern usw. was dazu führt, dass er recht schnell in der Lage sein wird, seiner Selbst bewusst zu sein, sich selbst zu vertrauen, sich selbst zu lieben, seiner Selbst sicher zu sein, selbstständig, selbstverständlich, selbstverantwortlich, selbstbestimmt ….

Ein so in sich ruhender balancierter Mensch schenkt seine Liebe und wird beschenkt.

Er ist erwartungsfrei und ist und bleibt auch in einer Zweisamkeit unabhängig.

Im Partner erkennt er das Geschenk, fühlt sich bereichert, tut mit ihm sehr gern vieles, ohne jedoch auf die anderen Kontakte seines Lebens deshalb zu verzichten.

Es kommt nicht zur Verschmelzung im Leben, sondern bestenfalls in der Sexualität und Lust.

Ein Ganzes Partner 1 und noch ein Ganzes Partner 2, ergeben ein drittes Ganzes, beide zusammen, das „wir" – das auch ohne, dass beide ständig darin präsent sind, wächst und sich entwickelt, genau so, wie 1 +2 das in ihrem Dasein allein auch tun (können).

So ist Partnerschaft kein Gefängnis, der Partner kein Besitz, sondern eine freiwillige Liebesbeziehung auf Zeit – modelliert, erschaffen, nach den Bedürfnissen und Wünschen beider, frei von Glaubenssätzen und Klischees.

Wer so liebt und lebt, der erfährt, dass Liebe in sich und für den anderen wundervoll ist, berührend und „eigentlich" ganz einfach.

© Johanna-Merete Creutzberg
20. Oktober 2008

Beachten Sie auch den Artikel: Wer kontrolliert, hat Angst vor Verlust.
Von mir geschrieben im März 2008.

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Der Graureiher...

Es mögen inzwischen gut 15 Jahre sein, die ich hier draußen am nördlichen Stadtrand Hamburgs lebe, und seitdem kenne ich das Graureiherpaar, das immer zu Zweit unterwegs ist.

Bei jeder Begegnung, gleich ob sie über mein Zuhause flogen, oder ich sie draußen in der freien Natur sah, hatte ich in mir diese stille, tiefe Freude über ihre Schönheit, ihr Dasein, ihr Miteinander, ihr Tun.

Voriges Jahr war der Reiher plötzlich allein, jedes Mal, wenn ich ihn sah, war er Single.

Ich nehme an, dass auch Graureiher zu den Vogelarten zählen, die paarweise zusammenleben, ein Leben lang; meine Google Recherche war da leider nicht ergiebig, obwohl ich jetzt viel mehr über diese Vogelart weiß.

Er hatte mein Mitgefühl, wenngleich an seinem Verhalten nichts daraufhin deutete, dass ihm etwas fehlte. Ruhig, majestätisch und gelassen wie immer, bewegte er sich über die Weiden oder stand ganz still nahe dem Alsterlauf, kaum zu erkennen, für ein ungeübtes Auge.

Heute lockte mich die Herbstsonne nach draußen, statt im Hause wollte ich bewusst draußen in der geliebten Natur atmen, mich erden, bewegen.

Als ich der sanft geschwungenen Biegung der kleinen Straße folgte sah ich das Gefieder des Graureihers schon in der Sonne glitzern … lächelte erfreut – denn ich mag diese Begegnungen sehr und staunte nicht schlecht, als ich einen Moment später einen zweiten Vogel wahrnahm, der gemächlich in der Nähe nach Essbarem schaute.

„Mein Reiher" hat wieder einen Partner!

Ich lachte und freute mich so sehr für ihn – gut, dass niemand mich sah, es mag seltsam anmuten, eine 53 jährige Frau allein auf einem Sträßchen, die laut und fröhlich lachend ihrer Freude darüber Ausdruck verlieh, dass der Reiher nicht mehr allein ist.

Als ich die beiden so beobachtete, mich an und mit ihnen freute, wurde eines deutlich:

Obwohl sie einander begegneten, nun miteinander sind, ist das Verhalten des Single-Vogels unverändert.

Er ist nicht mehr allein, aber er tut noch immer das, was er vorher allein ebenso machte.


Keine Veränderung, keine Einschränkung, außer der einen: Bereicherung durch die Gesellschaft des anderen, der ebenso seinen eigenen Weg geht.

Beide haben sich offensichtlich zusammengetan, bilden ein Paar – aber sie verzichten auf nichts, sind mal zusammen, dann wieder für eine Weile für sich, getrennt, dann wieder miteinander.

Ein Ganzes der Singlereiher und noch ein Ganzes, der neue Reiher – bilden ein drittes Ganzes, das Reiherpaar, das durch sie existiert, gleich, ob sie darin sind, oder nicht.

1 + 1 = 3!

Einen Vorteil haben die beiden sicher: Sie denken nicht, sie haben keine Erwartungen, schaffen keine Abhängigkeiten, sind weder eifersüchtig, noch streiten sie, sondern folgen ihrem Instinkt, der inneren Führung und das immer im Jetzt, der Gegenwart.

Wenn sie Nachwuchs zeugen, dann werden sie ihn gemeinsam versorgen, aufziehen, lehren und dann wieder loslassen.

Sie sind freiwillig zusammen, sie haben einander ausgesucht, genauso wie sie sind.

Diese Vögel, an deren Schönheit und Ruhe ich mich erfreue, haben sich gefunden und verbunden. Ich nehme es als „Zeichen" dafür, dass auch ich finden/gefunden werde.

©Johanna-Merete Creutzberg

17. September 2009

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Was fehlt Dir? - "What's missing? Oder: Was bedeutet Liebe-n?

Vor noch gar nicht langer Zeit hätte ich darauf geantwortet: Mir fehlt Geld, ein Mann, Liebe, Erotik, Zärtlichkeit, eine Schulter zum Anlehnen, eine Partnerschaft...

All das ist demnach zu finden in dem einen, oder anders: im Außen?

Gerade höre ich in einer Fernsehsendung „Ewige Liebe", eine Frau sagen: „Ich darf nicht mehr so abhängig sein, ich muss meine Erwartungen loslassen, sonst werde ich krank."

Wie wahr und wie weise!

Erwartungen, gleich, ob ich sie an mich richte, oder an andere, machen abhängig und unfrei!

Ich habe gelernt, mich selbst zu lieben. Ganz praktisch. Es ist ein wundervolles Gefühl, nach all den Enttäuschungen (die mich letztlich haben klar sehen lassen), nach den vielen Erfahrungen mit Schmerz, Kummer, Leid, Tränen, Missbrauch, benutzt werden, fremd bestimmen lassen, Verantwortung delegieren – in mir selbst zu heilen, heil zu sein und balanciert.

Ich vertraue mir, heute. Ich mag mich fühlen. Ich genieße es, mit mir zusammen zu sein, mich zu berühren, mich liebevoll zu umsorgen, mich lustvoll zu zelebrieren, zu verwöhnen, zu schminken, aber auch, das von anderen anzunehmen, die ich auswähle, ganz bewusst einlade, in meine Welt.

Keine Angst mehr, keine Unsicherheit, keine Erwartungen, keine Abhängigkeit, keine Bewertungen, kein verändern wollen – sondern einfach sein.

Oft höre ich, wenn Menschen davon berichten, wie sie einander begegnet sind, er war vertraut, hat mich fasziniert, ich fühlte mich von ihm angezogen, bei ihm fühlte ich mich heimisch.

Was das im Detail war, davon wird nicht gesprochen.

Etwas „zog sie an", dem folgten sie gern – frage ich nach, wo warst Du, was war in Dir? – finden sie keine Antwort, zucken nur mit den Schultern, wieso in mir?

Für, über sich selbst haben sie nur wenige Worte – über den anderen sprudeln ganze Geschichten, immer wieder fällt ihnen noch etwas ein, das sie anmerken, durchdenken, hinterfragen, auseinander nehmen, interpretieren, anführen...

Wenn ich hineinfühle, in das, was da mitschwingt in ihren Worten, so haben sie ganz selten im anderen „den göttlichen Kern, der bedingungslose Liebe" entdeckt, zumeist nur ganz kurz sichtbar, spürbar.

Zumeist projizieren sie auf ihn all ihre Wünsche und Sehnsüchte und formen ihn danach, in ihrer Vorstellung, die als Realität begriffen wird.

Sie öffnen sich, bieten sich an, wollen, dass der andere sie an-nimmt, mit seiner Aufmerksamkeit, Liebe hält, trägt, ernährt. Er soll der Eine sein, ihr „ein und alles".

Ob er will oder nicht, ob er es weiß oder nicht, er ist ihre Projektionsfläche, ihre Leinwand, auf der ihr Film läuft, nach ihrem Drehbuch, in dem sie Regie führen, die Hauptrolle spielen und die anderen besetzt. (Häufig sind es Dramen).

Die Crux ist: Zumeist weiß er nichts davon, dass er engagiert wurde, kennt das Drehbuch nicht, nicht die Personenbeschreibung, nicht die Rolle, die er spielt, in ihrer Vorstellung zu spielen hat, weil es in ihrer Welt so sein soll.

Für sie ist es so: Jetzt ist er da und es hat zu geschehen, was die Gesellschaft verspricht, er ist der Richtige, und der ersetzt jetzt alle-s andere-n.

Alles lässt sie fast augenblicklich los, Freunde, Bekannte, Hobbys, sogar die Arbeit, jetzt ist „Er" ja da, auch Selbstverantwortung, Selbstsicherheit, Selbstverantwortung, Selbstbestimmung,... nur eines nicht: „Ihn", er wird krampfhaft gehalten, geklammert, kontrolliert, beobachtet,... - denn er ist nun „ihr Leben".

Manchmal erkennt sie plötzlich, was da in ihr geschieht, dass sie ihm vorwarf, was sie in sich nicht wahrnehmen konnte, Unzuverlässigkeit, Schwäche, Manipulation, Hilflosigkeit, Wut, Betrug, Kontrollverhalten u.a. – aber: „Ich kann es nicht ändern, ich liebe ihn eben."

Erst nachdem ihr bewusst wurde, was da in ihr abläuft, erst nachdem sie ihrer Selbst bewusst wurde, sie selbst erkannte, annahm, begriff, dass sie zunächst einmal in sich ankommen muss, um beim anderen ankommen zu können, oder anders:

Erst wenn man gelernt hat, sich selbst zu lieben, ergibt sich das Geliebt werden ganz von allein. (Jörn Pfennig)

Erst jetzt, wo sie sich erkennt, sich selbst wahr- angenommen hat, in der Gesamtheit ihres Seins, wo sie in sich balanciert ist, sich selbst liebt, vertraut.... ihrer Selbst sicher ist, kann sie erkennen, beginnt zu schätzen, dass er ihr seine Liebe, sein Vertrauen, seine Aufmerksamkeit, Zärtlichkeit... schenkt, auf die von ihm gewählte Weise, nicht so wie sie es erwartet!

D.h. jeder hat sein Leben, seinen Frei-Raum, die gemeinsame Basis besteht aus Vertrauen, Liebe, Offenheit, Wahrhaftigkeit, Schlüsselworte mit gemeinsam definierten Inhalten, Kommunikation.

Zusammen definieren beide, was in ihrer Welt willkommen ist und wie sie sie gestalten wollen.

Das, was im anderen ist, wird jetzt als Bereicherung empfunden, nicht mehr als beängstigend, bedrohlich.

Jeder ist ein eigenes Ganzes, zusammen erschaffen sie, ihrer Selbst bewusst und sicher ein gemeinsames Ganzes, das durch sie lebt, gleichgültig, ob sie beide gerade darin sind, oder nicht.

Es schwingt durch ihre Klarheit, ihre Weisheit, ihr Wissen, ihre Liebe, ihre Lebensfreude, ihre Lust, ihre Erotik, ihre Energie, Schwingungen, ...

Aus ihrer Klarheit, aus ihrer Mitte er-lebt sie jetzt sich selbst und das Gemeinsame mit dem anderen, so lange beide sie so haben wollen.
Sie ist glücklich, mit sich allein und sie ist glücklich mit ihm.
Beides ist gleichermaßen wohltuend.

In der Sendung betrachtet ein Paar an jedem Hochzeitstag ihrer 2. Heirat miteinander den Film: „Heute heiratet mein Mann" – gefällt mir sehr. *schmunzelt

Beide haben für sich erkannt, wie besonders sie selbst sind und wie besonders der Partner ist, dass es sinnvoll ist, sinnlich, sich dem anderen zu schenken und von ihm beschenkt zu werden, immer wieder neu, immer wieder ganz bewusst.

Zu genießen, dass es ihre ganz individuelle Form der Zweisamkeit gibt, frei von den Konventionen, Geboten, Regeln, Glaubenssätzen der Gesellschaft.
Sofort veränderlich, wenn sie es so wollen, gemeinsam entscheiden, zu tun.

Eine wundervolle, nicht begrenzende, freiwillige, sich immer wieder neu ausdrückende Form von Liebe zu sich selbst und in den anderen entsteht so, fließt.
Sie treffen sich und sie trennen sich, nur das Jetzt zählt. Genau so ist es!

Fülle ist Fluss, Fülle ist der Ausdruck der Liebe, die ich für mich selbst habe.

Auf diese Weise ist jeder in sich und sehr bewusst beim, mit und im anderen, sowohl, wenn sie sich real begegnen, als auch, wenn es „nur" energetisch ist, freiwillig, willkommen, unabhängig.

Um den anderen sein zu lassen, seinen eigenen Lebensstil, braucht es vor allem Vertrauen in sich selbst, sagt gerade ein Mann während der Sendung.
Es freut mich unendlich, wenn ich spüre, höre, dass immer mehr Menschen dies für sich (wieder) entdecken.

Die bedingungslose Liebe ist so wundervoll facettenreich. Sie ist einfach.
Und mit Hilfe des bewussten Atmens ist es einfach, sie wieder zu fühlen, zunächst in mir selbst, dann auch im anderen.

Wie schon Antoine de Saint-Exupéry sagte:
„Denn die wahre Liebe verausgabt sich nicht. Je mehr du gibst, umso mehr verbleibt dir.
Und wenn du dich anschickst, aus dem wahren Brunnen zu schöpfen, spendet er umso mehr, je mehr du schöpfst." Aus „Die Stadt in der Wüste".

Ja, ich liebe mich & ich liebe Dich – einfach so, weil es mich freut, dass es Dich gibt.

Johanna-Merete Creutzberg - im Februar 2008

AMNEC AshnaMeta New Energy College


 


 


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